Malta: Behörden wollen schärfer gegen Manipulationen vorgehen

Wo Geld im Spiel ist, sind Betrug und Manipulation in der Regel nicht weit entfernt. Auch die Glücksspielbranche ist natürlich immer ein potenzielles Ziel für Betrüger. Weil das so ist, hat die maltesische Lotterie- und Glücksspielbehörde jüngst noch einmal deutlich verschärftere Maßnahmen die Spiel- und Wettmanipulationen vorgestellt. Das Konsultationspapier soll sicherstellen, dass die Branche stärker gegen die Manipulationsversuche geschützt werden kann. Unter anderem dabei: Ein neues Meldesystem, mit dem Lizenznehmer verdächtige Aktivitäten und Spieler melden können.

Malta Gaming Authority: Neues Papier für weniger Betrugsversuche

Inhaltsverzeichnis:

Malta Gaming Authority: Neues Papier für weniger BetrugsversucheBetrügern geht es an den KragenSportintegrität als großes Ziel der MGAGlobales Problem

Als Heimat zahlreicher Glücksspielunternehmen ist Malta ganz besonders stark von der Branche abhängig. Das Land und die Behörden unterstützen die Online Casinos und anderen Anbieter für das Glücksspiel daher zum Beispiel im Kampf gegen Betrüger und Manipulationen. Und künftig wird das noch einmal deutlich intensiver geschehen. Erst vor wenigen Tagen teilte die maltesische Lotterie- und Glücksspielbehörde mit, dass man ein neues Konsultationspapier verabschiede. In diesem sind zahlreiche Maßnahmen zu finden, mit denen die Manipulationen und Betrügereien eingedämmt werden sollen. Die Lizenznehmer erhalten durch diese Richtlinien ein Werkzeug, mit dem gegen die Betrüger vorgegangen werden kann. Ein enormer Schritt für die Branche.

Registrierte Unternehmen müssen sich künftig zum Beispiel an einem Meldesystem beteiligen. Dieses wird über die Webseite der MGA gehostet und dient dazu, dass die Lizenznehmer verdächtige Aktivitäten von Spielern melden können. Zusätzlich lassen sich weitere Informationen an die Behörden übermitteln. Darunter etwa die Wettmärkte, auf denen die verdächtigen Aktivitäten bei den Sportwetten zu finden sind. Ebenso müssen die Unternehme genau festhalten, wann die Wette platziert wurde und aus welchem Land der Zugriff auf das jeweilige Konto erfolgt ist.

Betrügern geht es an den Kragen

Belegen müssen die Unternehmen laut dem Konsultationspapier zudem, worin genau sich das verdächtige Verhalten äußert bzw. warum ein Verhalten als verdächtig eingestuft wird. Alle Kontoinformationen, die dann im Zusammenhang mit den verdächtigen Vorgängen stehen, müssen an die Behörden übermittelt werden. Ein Sprecher der MGA erklärte, dass man sich zudem die Option freihalte, noch weitere Informationen der Unternehmen zu verlangen. Hierzu sagte der Sprecher: „Um eine wirksame Evaluierung durchführen zu können, müssen die Lizenznehmer ausreichend detaillierte Angaben machen. Wenn wir es für relevant erachten, werden wir die Lizenznehmer auch dazu auffordern, der Behörde zusätzliche Informationen zu übermitteln, die über die oben genannten Kriterien hinausgehen.“

Zur besseren Bewertung und Verwertung der Angaben ihrer Lizenznehmer plant die MGA zudem, künftig alle sechs Monate eine Umfrage durchzuführen. Alle Sportwetten Anbieter mit einer Lizenz der MGA müssen dann verschiedene Fragen aus einem Fragenkatalog beantworten. Darunter zum Beispiel die Frage nach der Anzahl der verdächtigen Ereignisse seit der letzten Umfrage. Abgefragt werden soll zudem, welche Vorfälle den Behörden gemeldet wurden, wie viele Spielerkonten betroffen sind und wie viele Sportereignisse von den Anbietern grundsätzlich als manipulationsgefährdet eingestuft werden.

Sportintegrität als großes Ziel der MGA

Vor allem im Bereich der Sportwetten und Buchmacher hat die Branche mit Manipulationen zu kämpfen. Gewettet werden kann heutzutage auf nahezu jede halbwegs bekannte Liga. Das macht das Wettangebot der Unternehmen anfällig für Manipulationen. Genau aus diesem Grund hat die maltesische Lotterie- und Glücksspielbehörde bereits im August 2019 eine neue Abteilung für Sportintegrität eingerichtet. Diese soll künftig als Verbindung zwischen den lokalen und den ausländischen Regulierungsbehörden, Sportgremien, Glücksspielanbietern oder Strafverfolgungsbehörden dienen. Ebenso sollen in dieser Abteilung alle Erkenntnisse und Informationen rund um das „Match Fixing“ gesammelt werden. Von Seiten des MGA-Chefs, Heathcliff Farrugia, hieß es dazu: „Eine engagierte Abteilung für Sportintegrität ist für das satzungsgemäße Ziel der MAG von großer Bedeutung, um sicherzustellen, dass die Glücksspiele frei von kriminellen Einflüssen, insbesondere der Sportwetten-Manipulation, sind. Die MGA verpflichtet sich zur Zusammenarbeit mit Interessensvertretern im gesetzlichen Rahmen, um gegen ein allgegenwärtiges Phänomen vorzugehen, das die Integrität der Sport- und Wettindustrie bedroht.“

Umgesetzt werden sollen die Vorgaben dieser neuen Abteilung bis zum 15. Juli 2020. So lange möchte man den Unternehmen laut MGA eine Umgewöhnungsphase einräumen, in welcher sich diese über die künftigen Prozesse klar werden sollen. „Bevor die neuen Anforderungen in Kraft treten, nutzt die Behörde die Gelegenheit, ihre Interessenvertreter zu erreichen und ihr Feedback zu den vorgeschlagenen Mechanismen einzuholen. Die Behörde ist auch daran interessiert, einen Dialog mit den Lizenznehmern einzuleiten, um zu überlegen, wie ihr Beitrag zur Integrität des Sports und zum Informationsaustausch aussehen kann“, so Farrugia.

Globales Problem

Dass die MGA mit neuen Richtlinien gegen die Manipulation vorgehen möchte, ist nicht überraschend. Die Wett-Manipulation kann als globales Problem bezeichnet werden. Und zwar überall dort, wo auf sportliche Aktivitäten gewettet werden kann. In Verbindung gebracht werden mit den Manipulationen in der Regel vor allem Ligen in Osteuropa, Asien oder Afrika. Auch in Deutschland wächst die Gefahr der Manipulationen in den Augen von Experten aber spürbar. Insbesondere deshalb, weil aktuell nur in der deutschen Bundesliga gespielt werden kann. Wettanbieter und Wett-Fans würden sich auf diese Ligen fokussieren, das würde auch Betrüger auf den Plan rufen. Je früher die MGA diesem Treiben den Riegel vorschieben kann, desto besser.

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