UKGC: Glücksspielbehörde gegen komplettes Werbeverbot

Wieder einmal erregen in Großbritannien Debatten um das Werbeverbot für Glücksspielunternehmen die Gemüter. Nach einem Vorstoß der parlamentarischen APPG, welche ein komplettes Werbeverbot für die Branche gefordert hatte, hat sich nun die britische Glücksspielbehöre (UK Gambling Commission) geäußert. Einem Totalverbot hat man dabei einen klaren Riegel vorgeschoben und dieses abgelehnt. Unterstützt wird die Glücksspielbehörde derweil vom nationalen Werbeverband und dem Glücksspielverband Betting and Gaming Council.

APPG stellt Kompetenz der Gambling Commission in Frage

Inhaltsverzeichnis:

APPG stellt Kompetenz der Gambling Commission in FrageKeine ausreichende Finanzierung der UKGC?Behörde bekommt Unterstützung vom Betting and Gaming CouncilKomplettes Werbeverbot wäre unnötiger Schritt

Die britische Glücksspielbehörde der UK Gambling Commission (UKGC) hat sich in den letzten Jahren zu einer der bekanntesten Regulierungsbehörden für das Glücksspiel gemausert. Und das nicht zu Unrecht. Die Arbeit, die seit vielen Jahren geleistet wird, dient vielen anderen Nationen als Vorbild. Trotzdem musste sich die UKGC jüngst heftige Kritik der parlamentarischen APPG gefallen lassen. Jüngst veröffentlichte diese einen Bericht, welcher die Kompetenz der Behörde massiv in Frage stellte. Darüber hinaus fordert die APPG ein umfangreiches Werbeverbot für den Glücksspielsektor. Ebenso sollen zum Beispiel im Bereich der Sportwetten die allseits beliebten Livewetten verboten werden.

Die UKGC hat nun auf den Bericht reagiert und ihrerseits eine Stellungnahme veröffentlich. In dieser erklärt die Behörde, dass die Vorwürfe der APPG nicht den wahren Tatsachen entsprechen würden. So hätte sich die Behörde gerade in den letzten Monaten massiv für einen stärkeren Spielerschutz eingesetzt und beispielsweise ein Verbot von Kreditkartenzahlungen im April eingeführt. Darüber hinaus wurde die Mindestdrehzeit für eine Spielrunde an den Spielautomaten auf 2,5 Sekunden verlängert. Diese Änderungen seien von einer neuen Arbeitsgruppe erarbeitet worden, die von der Behörde speziell für eine Stärkung des Verbraucherschutzes ins Leben gerufen wurde.

Keine ausreichende Finanzierung der UKGC?

Weiter heißt es in der Stellungnahme der Behörde, dass man aktuell damit beschäftigt sei, weitere Maßnahmen für die Online Casinos ins Leben zu rufen. Diese sollen noch strengere Maßnahmen für die Interaktion zwischen Kunden und Anbietern umsetzen, wie zum Beispiel eine Beschränkung der VIP-Maßnahmen. Hier soll laut UGKC in den kommenden Wochen bzw. Monaten eine deutliche Änderung eingeführt werden. Als Behörde sei man dazu verpflichtet, die möglichen Schäden durch das Glücksspiel zu bekämpfen und gleichzeitig die Spielsicherheit und den Verbraucherschutz zu gewährleisten. Dass die APPG der Behörde daher derart heftige Vorwürfe macht, könne man nicht nachvollziehen.

Denkbar ist, dass der Bericht der APPG vor allem auf einen Bericht des National Audit Office (NAO) im Februar aufbaut. Hier erklärte das NAO, dass es der UKGC an finanziellen Mitteln fehlen würde, um den Schutz der Verbraucher in einem vollen Umfang gewährleisten zu können. Von der Hand gewiesen hat die UKGC diese Behauptung nicht. Viel mehr heißt es von Seiten der Behörde, dass man mit dem Ministerium für Kultur, Medien und Sport (DCMS) die Finanzierung der Behörde besprechen wolle.

Behörde bekommt Unterstützung vom Betting and Gaming Council

Dass der britische Glücksspielmarkt angeblich nicht ausreichend reguliert sein soll, sorgt nicht nur bei der britischen Glücksspielbehörde für Unmut. Auch das Betting and Gaming Council hat sich jüngst in die Diskussion eingeschaltet und sich auf die Seite der UKGC gestellt. Das Betting and Gaming Council (BGC) wurde vor wenigen Monaten neu gegründet und besteht aus den größten Glücksspielunternehmen des Landes. Diese hatten erst vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass man umgerechnet rund 111 Millionen Euro für die Behandlung von Problemspielern in Großbritannien bereitstellen wolle. Schon in den Wochen zuvor hatte das BGC umfangreiche Maßnahmen in Eigenregie verabschiedet, mit denen der Spielerschutz weiter gestärkt werden soll. Darunter Einzahlungslimits, die Überwachung der Spielerausgaben, strengere Kontrollen bei der Altersverifizierung oder die Einführung von Werbebeschränkungen.

Dementsprechend deutlich äußerte sich der Verband in einer Pressemitteilung. Hier heißt es, dass „einige Menschen“ nur dann zufrieden sein würden, wenn das Glücksspiel komplett verboten werden würde. Das wiederum würde laut Verband nur dazu führen, dass das illegale Glücksspiel gestärkt wird. Spieler würden zwangsläufig auf illegale Angebote ohne Lizenz ausweichen. Und das wiederum hätte schwere Auswirkungen auf die Industrie, in der in Großbritannien mehr als 100.000 Menschen beschäftigt sind.

Komplettes Werbeverbot wäre unnötiger Schritt

Ebenfalls eingeschaltet hat sich in die Diskussion auch der Werbeverband Advertising Association (AA). Hierbei handelt es sich um den britischen Handelsverband der Agenturen, Werbetreibenden, Medien und Forschungsdienste. Dieser gab an, dass ein totales Werbeverbot wie von der APPG gefordert ein unnötiger Schritt sei. Ganz im Gegenteil. Sollte man die Werbung für legale Glücksspielangebote verbieten wollen, würde das für den Markt negative Folgen haben. Die Anbieter sollten sich weiterhin an die Vorgaben der Advertising Standards Authority (ASA) halten und auf die Anweisungen der Glücksspielkommission achten. Diese Regeln würden von den Unternehmen klar verlangen, verantwortlich zu arbeiten und sozial zu handeln. Man sollte dieses Regelwerk nur anpassen und verschärfen, wenn Verstöße gegen die Vorgaben deutlich werden würden, so die AA.

Gerade in Zeiten der Corona-Krise ist die Debatte um ein Werbeverbot für das Glücksspiel in Großbritannien wieder in den Vordergrund gerückt. Bereits in den letzten Monaten und Jahren ist diese Thematik aber immer mal wieder Gesprächsthema.

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